ethik der unternehmenskommunikation / // ulrich hemel im gespräch


Kommunikation, Unternehmensführung, Tagung, Strategie, posted by: sh

Schade, dass Wirtschaftsleute nicht öfter auf wissenschaftliche Fachtagungen gehen. Sie könnten dort für vergleichsweise wenig Geld Erkenntnisse gewinnen, für die Ihnen eine entsprechend kompetente Unternehmensberatung oder Werbeagentur oft mehrere tausend Euro in Rechnung stellen würde. So etwa vermittelte Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel im Rahmen der Salzburg-Tübinger Rhetorikgespräche 2019 in einer mehr als kurzweiligen Diskussion mit seinem Kollegen Olaf Kramer vom Seminar für Allgemeine Rhetorik, was gute Kommunikation in Zukunft ausmachen wird. Der Mann muss es wissen: Schließlich ist Hemel nicht nur Direktor des Tübinger Weltethos-Instituts, in einem früheren Leben war er auch Manager bei der Boston Consulting Group und CEO der Paul Hartmann AG.

 

Seine wichtigste Aussage: Ethische Aspekte rücken in der Unternehmenskommunikation zunehmend in den Mittelpunkt. Fairness etwa, meinte Hemel, sei der Wettbewerbsvorteil von morgen. Daher müsse man unter Unternehmensstrategie immer auch Wertestrategie verstehen – und das nach außen wie nach innen. Denn einerseits erwarte die Öffentlichkeit von Unternehmen heute, eine gesellschaftliche Aufgabe zu erfüllen, Stichwort kritische Konsumentendemokratie. Andererseits werde aber auch in der internen Kommunikation die entsprechende Selbstreflexion vorausgesetzt: Gerade für Fach- und Führungskräfte sei Sinnschöpfung ein wichtiges Ziel, für das die Unternehmenskommunikation relevante Inhalte anbieten müsse.

 

In der Tat: Wie wichtig es den Beschäftigten ist, etwas Sinnvolles zu tun, belegen mittlerweile zahlreiche Studien. Der Fehlzeiten-Report der AOK zum Beispiel sieht Sinnerleben – auch einem hohen Einkommen gegenüber – klar vorn, wenn es um Zufriedenheit am Arbeitsplatz geht. Hemels ehemaliger Arbeitgeber BCG hat darauf reagiert, indem er Unternehmen als neues Geschäftsfeld Purpose-Beratung anbietet, um gemeinsam mit ihnen die Frage zu klären, wozu sie letztendlich da sind. Wir machen das auch. Sollten Sie also auf der Sinnsuche sein: Sprechen Sie uns an.

related links: zeit.de, 4.9.2018

Arbeit ohne Sinn macht krank

Zum Weiterlesen: B. Badura, A. Ducki, H. Schröder, J. Klose, M. Meyer (Hrsg.): Fehlzeiten-Report 2018. Sinn erleben – Arbeit und Gesundheit, Berlin 2018.